RWB: Europe’s #6.

Für einige mag es etwas heftig sein, ein Auto zu zersägen, nur um irgendwelche Spoiler oder Verbreiterungen anzubringen. Reaktionen in diesem Sinne haben wir schon am eigenen Leib erfahren. Man stößt erst recht dann auf Unverständnis, wenn es sich dabei um einen beliebten Klassiker, wie in diesem Fall um einen Porsche 964 Targa, handelt. Da variiert vor allem die Gefühlslage bekennender Liebhaber zwischen schockiertem Staunen und blankem Entsetzen. Es gibt jedoch diese Handvoll Menschen, welche gerade solche Breitbauten lieben und gemäß dem aktuellen Trend auf ein ebenfalls immer breiter werdendes Spektrum an Fahrzeugen übertragen. Spitzenreiter in dieser Niesche ist eindeutig Akira Nakai und sein Rauh Welt Begriff.

Ursprünglich wurde dieser 964er Targa in Rot erworben und von RWB Europe (Vianen Porsche Bodyworks in Woerden) komplett restauriert. Der Wagen wurde komplett gestrippt, die Karosserie aufgearbeitet und vor allem die Kotflügel für die Arbeit des besonderen Gasts vorbereitet. Daraufhin gab es eine Dusche mit neuem Lack. Abgesehen von einer neuen Bremsanlage wurde ebenso ein entsprechendes Fahrwerk verbaut, welches optionaler Teil des RWB Umbaus ist. Wenn man ehrlich ist, ist so ein Kit ohne diese “Option” optisch deutlich weniger ansprechend, weshalb sie eigentlich zum Standart gehört. Zur technischen Aufbereitung gehört hier ansonsten noch ein generalüberholter Motor, dessen Hubraum auf runde 4 Liter erweitert wurde.

Bei dem Breitbaukit handelt es sich um das 964 Royal Wide RWB Kit von Rauh-Welt-Begriff. Und dieses Kit wurde selbst verständlich von keinem Geringeren als Akira Nakai selbst verbaut. Nachdem Nakai nach einem langen Flug am Fughafen in Amsterdam landete, frühstückte er dort und fuhr nach einem kurzen Abstecher in seine Hotelunterkunft direkt zur Werkstatt von RWB Europe, wo der frisch lackierte Targa nur darauf wartete, endlich seine Metamorphose angehen zu dürfen. Die Farbe, bei der viele zunächst an die Porsche Farbe “Miami Blue” denken, ist übrigens ein Selfmade – Fabrikat des italienischen Besitzers. Der Targa bekam zusätzlich noch einen Überrollbügel, der in dem selben Blauton lackiert wurde.

Nakai-San nahm sich Zeit und sah sich das gute Stück genau an, während er, dem ikonischen Bild nachkommend, eine Zigarette rauchte. Nachdem er diese ausgedrückt hatte, fing er mit der Unterstützung von John Vianen an zu arbeiten und sie passten Teile an, montierten Frontstoßstange, Heckstoßstange, Seitenschweller und Fender Flares. Es wurden kaum unnötige Worte gewechselt und man konnte die geballte Konzentration nachfühlen. Man hört dies vielleicht oft, aber es war tatsächlich, als würde man einem Picasso beim Malen zusehen. Handgriff für Handgriff fügte sich alles zu einer perfekten Einheit zusammen, und das mit einer Präzision, die ihres Gleichen sucht. Man muss es einfach einmal gesehen haben.

Als Abends die Tür der Werkstatt verschlossen wurde, war der Porsche, abgesehen von ein paar kleineren Anpassungen, bereits so gut wie fertiggestellt. Am zweiten Tag wurden Fahrwerkseinstellungen vorgenommen, um dem Porsche das passende Fitment zu verpassen. Akira Nakai geht dies tatsächlich per Augenmaß an und schafft es dennoch ziemlich akurate Werte zu treffen. Die obligatorischen Schriftzüge wurden auf die Reifen aufgetragen, die den Look des nun überaus breiten Porsches noch abrunden sollten. Bevor es für den Wagen nach Italien ging, wurden allerdings weitere Feinarbeiten von RWB Europe durchgeführt. Zudem konnte er später noch auf der “100% Tuning” Messe in Rotterdam bewundert werden. Auch wenn man uns keinen Preis nannte, erfährt man aus diversen Quellen im Netz, dass solch ein Umbau bis zur Vollendung bei ca. 50.000 Euro liegt. Im Preis enthalten sei, dass Nakai San einfliegt und das Bodykit höchstpersönlich montiert.

 

Artikel: Tim Schwarz

Fotos: Marcing.Digital Media

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