Slammed E90

Wer sich schon etwas durch diese Seite geklickt hat, wird bemerkt haben, dass wir vor allem gern über so richtige DIY-Projekte schreiben. Die Besitzer dieser Fahrzeuge sind immer extrem stolz auf das, was sie erbaut haben und gehen ausführlich auf jedes Detail ein, wenn wir mit ihnen reden. Das erleichtert uns zunächst einmal das Schreiben, aber vor allem erinnert es uns an den Grund dafür, überhaupt diese Beiträge zu verfassen. Man bekommt einfach mit, wie Menschen ihr Herzblut in etwas gesteckt haben und wie ihre Begeisterung dafür einfach nicht abreißt. Wenn man das einmal am eigenen Leib erlebt hat, dann packt einen dieses Gefühl bei einer solchen Story immer wieder aufs Neue: Begeisterung, Stolz, pure Energie und das alles vereint. Man hat einfach wieder Bock drauf.  Und weil wir das so großartig finden, wollen wir das unbedingt mit anderen teilen.

Ein solches Projekt ist dieser BMW E90 LCI 325i von Tim. Auf den ersten Blick kommt er recht dezent daher, aber genau das steht ihm auch wirklich gut. Alpinweiß mit schwarzen Akzenten, sehr seriös und ernst, genauso wie man sich das Auto mit dem blau-weißen Emblem vorstellt. Dazu gibt es noch das komplette M-Paket, innen wie außen, ab Werk dazu.

Offensichtliche Änderungen gibt es ansonsten kaum, abgesehen von den eindrucksvollen dreiteiligen BBS RS2 in den Dimensionen 8,5×18″ und 10×18″ und dem extremen Tiefgang. Dieser wird im Übrigen über ein Airlift Luftfahrwerk erreicht und kann über die Airlift 3P Steuerung reguliert werden. Kenner erspähen wahrscheinlich nur wenige Augenblicke später die Seitenspiegel des M3. Schaut man jedoch länger hin, fallen nach und nach mehr Teile auf, die es da vorher wohl nicht gab. Einige davon wird man so vor allem auch in keinem Katalog wieder finden, weder bei BMW, noch im Zubehör. Und genau da wird es interessant.

Betrachtet man das Foto hierüber, bleibt der Blick an der nahezu makellos drapierten BBS Felge hängen, fokussiert das goldene Logo und wandert über die Bremse zu den roten Schrauben. Dann staunt man über das tiefe Abtauchen des Rades in den Kotflügel und plötzlich wandert der Blick weiter zur Front. Grund dafür ist der schwarz lackierte Splitter, der sich da zwischen den 3er und den Asphalt quetscht und die Front wie aus einem Guss ergänzt. Und ja, ganz recht, das Ding ist ein Eigenbau des Besitzers. Von der groben Form aus Holz und Bauschaum, über stundenlanges Zurechtschleifen von GFK, bis hin zum wohl integrierten Endprodukt: alles pure Handarbeit.

In gleicher Prozedur entstanden ebenfalls die Ansätze an den Seitenschwellern, welche die Form des Splitters aufnehmen und über die Seite fortsetzen. Hinten verläuft das ganze dann in einen dezenten, selbst geschweißten Diffusor aus Aluminium. In dieser Form gibt es so etwas nicht von der Stange, wobei wir wieder bei einem der Aspekte sind, welche die ganze Schrauberei größtenteils ausmachen. Wenn man dann, wie Tim, handwerklich einiges drauf hat und einfach wirklich Freude daran hat, kreativ tätig zu werden, dann kommen solche Unikate wie dieses hier dabei heraus. Aber das war natürlich noch nicht alles.

Am Heck erwarten einen nämlich die Endrohre der ebenfalls in Eigenregie entstandenen Abgasanlage. Und damit meinen wir nicht nur die Rohrführung, sondern auch Endschalldämpfer und Klappenanlage samt Steuerung, alles ist custom-made. Die Klappen können manuell per Taste geöffnet werden, lassen den 3 Liter Motor jedoch ab 4250 U/min automatisch frei brüllen. Die Abgasanlage wuchtet den BMW zusammen mit der Ansaugbrücke aus dem 330i und angepasster Software auf 287 PS.

Im Innenraum wurden sämtliche Anzeigen in kühles Weiß getaucht, um in Kombination mit ihren schwarzen Hintergründen den Look des Exterieurs widerzuspiegeln. Zudem wurde eine Öltemperaturanzeige codiert und die Tachoblätter des 325is Tachos entsprechend angepasst. Liebe zum Detail trifft es hier wohl ganz gut und das nicht nur, weil alles so stimmig zusammen passt. Jedes Teil, an das Tim Hand angelegt hat, fügt sich trotz des Aufwands ganz minimalistisch in das große Ganze ein. Die Mühe, die es gekostet hat, das Frontschwert oder den Diffusor herzustellen, wird nicht großspurig präsentiert. Sie wird selbst zu einem Detail am Auto und wirkt nur ganz subtil auf den Betrachter ein. Mal ein anderes, vielleicht sogar höheres Niveau von Do-It-Yourself.

 

Artikel: Tim Schwarz

Fotos: Marc Ingenpass

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