German Oldschool Part 1: Golf II

Die Erfolgsgeschichte des Golf müssen wir hier wohl nicht ein weiteres Mal aufrollen, denn so ein Recap gibt es gefühlt jede Woche irgendwo. Abgesehen davon verbreitet sie sich ohnehin von allein durch alle Generationen und spricht so für sich selbst. Fast wie ein Perpetuum Mobile. Bei der Menge an verschiedenen Modellen und Baureihen ist es nun auch kein Wunder, dass es eine riesige Fanbase gibt. Gerade hierdurch wird man wohl immer einige wohlbehütete und gepflegte Klassiker und einen Haufen individualisierter Exemplare auf Deutschlands Straßen finden. Bei den Gölfen ist es nun so, dass aus individualisiert auch sehr oft ein verbastelt wird, was man in der Regel immer bei Fahrzeugen mit großer Stückzahl und Beliebtheit beobachten kann. Umso mehr freuen wir uns daher, euch hier den ersten von zwei Gölfen aus Bennys Garage präsentieren zu können. Diese beiden machen nämlich eine nette Punktlandung in der Kategorie Oldschool.

Den Anfang macht Bennys Golf II GTI, den er serienmäßig aus erster Hand erwarb. Der 2er war zum damaligen Zeitpunkt die bezahlbare Annäherung an den Traum vom Golf I GTI, was ihn aber nicht davon abhielt auch hier schon einmal mit Begeisterung Hand anzulegen. Schnell war der Wagen tiefergelegt, mit Angel Eyes versehen und auch sonst mit allem geschmückt, was Benny heute nie wieder auch nur in Erwägung ziehen würde. Durch die Erkenntnis, dass der Wagen zu einer Ansammlung von Jugendsünden geworden war, wurden diese allesamt entfernt und mit dem Montieren wertiger Bauteile, wie der extrem seltenen Orciari Front, drückte Benny quasi den Reset-Knopf. Aus Angst, vor Beendigung des Projektes bereits Fahrzeug und Teile zu beschädigen, meldete er den Wagen zunächst ab und lagerte ihn ein. Nachdem dann mehrere weitere Golf II Projekte und schließlich auch ein Golf I GTI gefolgt waren, welcher Part 2 dieser Minireihe besetzt, wurde dann doch eines Tages die Metamorphose dieses 2ers zu dem Auto, das wir nun hier sehen, fortgesetzt.

Zur originalen GTI Optik kamen zunächst lediglich die G60 Verbreiterungen hinzu, unter denen nun Steffan BCW in den Maßen 8×14 ET 0 (vorne) und 9×14 ET -5 (hinten) Platz finden. Auffälligstes Merkmal an diesem Golf ist natürlich die bereits erwähnte Orciari Front, welche sich bei Bedarf über die Scheinwerfer schiebt und die Vorderansicht des Fahrzeugs aufräumt. Natürlich inklusive der entsprechenden Haubenverlängerung. Ergänzt wird dieses dezente Paket durch den Votex Spoiler auf der Kofferraumklappe. Wenn es um optische Modifikationen geht, ist bei einem solchen Modell weniger nun doch eben mehr.

Nachdem Benny den Golf komplett gestrippt und die gesamte Elektrik erneuert hat, fand vor allem im Innenraum kaum ein Bauteil seinen Weg zurück ins Fahrzeug. Seitenwände und Türen werden nun von Carbonplatten verkleidet, ansonsten erwartet einen der Anblick von rot lackiertem Stahl. Platz findet man auf Golf II ED1 G60 Recaros, eine Rückbank gibt es nicht mehr: dort prangt stattdessen ein polierter Aluminiumbügel von Wiechers. Die originale Mittelkonsole wurde durch eine Alternative der Firma Votex ersetzt, wohingegen das Armaturenbrett des 2ers mit seinem Digitaltacho beibehalten wurde.

Ansonsten finden sich hier kleine seltene Details, wie z. B. das 16V Logo auf den Kopfstützen, welches man nur auf den Sitzen einiger spezieller Modelle findet. Entsprechende Sitze einzeln zu finden kann dann schon eine Weile dauern und hat Benny wie so oft einiges an Geduld gekostet.

Seinen Tiefgang verdankt der GTI einem H&R Fahrwerk, welches in naher Zukunft über einen Satz Borbet A den Kontakt zur Straße herstellen soll. Unter der Haube verbirgt sich zu unserer Überraschung ein 2 Liter Motor aus dem Golf 3, an den die 2er GTI Technik angepasst wurde. Der Block wurde gehont, die Lager erneuert und der Kopf bearbeitet. Zudem ist der Motor mit einem neuen Fächerkrümmer ausgestattet und über Bartek Software optimiert worden. Unterm Strich pushen diese milden Veränderungen den Golf auf stabile 130PS. Hier soll in Zukunft aber wohl noch einmal nachgelegt werden.

Außen dezent, innen sehr sportlich und alles davon fügt sich geschmeidig ins Auto ein. In unseren Augen ein stimmiger Build, der verdammt cool daher kommt. Das Beste an allem ist für uns aber vor allem, dass dieser 2er GTI auch einfach so gefahren wird, wie er es verdient. Hier steht man trotz sehr cleaner Umbauten nicht vor einer Showroom-Queen, sondern vor einem Auto, dem man hier und da auch ansieht, dass es immer noch für Spaß auf dem Asphalt sorgt. Und so muss das sein.

 

 

Artikel: Tim Schwarz

Fotos: Marc Ingenpass

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen