German Oldschool Part 2: Golf I

Wie bereits kurz im ersten Teil dieser Mini-Reihe erwähnt, haben wir hier noch den Golf I von Benny in petto, welchen er noch während seines Golf II-Projektes seinem Fuhrpark hinzufügte. Der Golf I ist, wie für so viele, schon immer Bennys Traumauto gewesen. Kein Wunder also, dass der 2er nach dem Kauf eines völlig serienmäßigen Golf I aus erster Hand in Top-Zustand erst einmal in der Garage warten musste. Bennys Golf I war zu diesem Zeitpunkt mit dem 1,5l Motor mit 70PS ausgestattet und äußerlich auf GTI-Optik getrimmt. Zudem war der Klassiker bereits komplett versiegelt und hat bis heute nicht eine Spur von Rost. Natürlich hat sich technisch noch einiges getan, denn sonst würden wir hier wohl nicht so einen Hype um das Auto machen, auch wenn Exemplare in dem Zustand an sich schon ein Grund zum Feiern sind.

Am Erscheinungsbild hat Benny eher wenig verändert. Der Golf I ist eines dieser Autos, welche Veränderungen einfach nicht nötig haben. Hier will man eben den klassischen Charakter genießen, mit all seinen Ecken und Kanten. Die dicken Backen des GTI-Kits werden nun von ARC ATG in 7×15″ oder wahlweise von Zender Turbo 1 in 6×15″ gefüllt und die Lücke zwischen Reifen und Karosserie wird dank eines H&R Mono-Tube und verschiedenen Sätzen von Spurplatten auf ein Minimum begrenzt.

Ansonsten ergänzen kleine dezente Teile die originale Optik: Kamei Dachkantenspoiler, Scheinwerfer mit Fadenkreuz, sowie schwarze Rückleuchten und Blinker von Fifft. Auf den zweiten Blick fallen wohl noch die aufstellbaren Dreiecksfenster in der Tür auf. Ansonsten überzeugt der Golf durch seine makellose Präsentation des klassischen markanten Äußeren, ja sogar das Platin Metallic ist noch immer die erste originale Farbe.

Umso weiter man sich in das Innere des Wagens begibt, desto mehr nimmt das Ausmaß der Individualisierung zu. Die Innenausstattung hat Benny sich aus einem Golf IV Cabrio genommen und neu beziehen lassen. Die Mittelbahnen werden vom Bezug aus dem Golf VII GTI verziert und von Kunstleder auf den Wangen umrahmt. Hier treffen Generationen aufeinander. Den Fahrer erwarten außerdem ein typisches Spucknapflenkrad und Zusatzinstrumente aus dem entsprechenden GTI, sowie ein JB-Motoring Shifter. In Persona wirkt vor allem hier alles so, als würde man in einem Neuwagen sitzen.

Gehen wir noch einen Schritt weiter und blicken unter das Blechkleid, klappen spätestens hier die Kinnladen runter. Hinter den Felgen versteckt sich nämlich eine G60 Bremse an der Voderachse und die Golf 2 GTI Bremse an der Hinterachse. Das H&R Fahrwerk arbeitet zudem mit den Golf I GTI Stabis zusammen. Stabilisatoren, Querlenker und die gesamte Hinterachse sind in PU gelagert. Der JBM Shifter aus dem Innenraum ist im Übrigen mit einem komplett überholten 2Y Getriebe, inklusive verstellbarem Schaltgestänge und verstärkten Synchronringen für den 2. und 3. Gang verbunden. Die Nieten des Differenzials wurden durch Schrauben ersetzt und der gesamte Komplex wertet den Anblick des Motorraums durch seine schwarze Pulverbeschichtung dezent auf. Apropos Motorraum: Wagen wir doch den letzten Schritt weiter ins Innere zum Herzen dieses Wagens.

Richtig, die 1,5l Luftpumpe wurde abgelöst und in Rente geschickt, und zwar zunächst von einem 16V mit Doppelvergaser mit einer Leistung von 147PS. Wie einige mit Sicherheit auf obigem Foto erkennen, ist auch dieser nicht mehr vorhanden. Schritt drei in der Evolution unter der Haube ist der hier gezeigte 2,1l 16V 9A Motor, der ursprünglich aus einem VW Corrado stammt. Dieses Aggregat leistet für den kleinen Golf unglaubliche 192PS und 235NM bei 4900 U/min. Dies verdankt er einer umfangreichen Leistungskur. Der 2,0l Motor wurde zunächst komplett zerlegt, die Brennräume bearbeitet und mit größeren Schmiedekolben von Wiseco mit einer Verdichtung von 11:1 ausgerüstet. Standesgemäß wird hier alles in ACL Produkten gelagert und mit ARP Schrauben zusammengehalten. Für eine vernünftige Schmierung sorgt eine Schmidt Ölpumpe. Das Schwungrad wurde erleichtert und feingewuchtet und findet nun Platz hinter einer Sachs Race Kupplung. All das sitzt zwischen einer Schrick Ölwanne und dem von Escher Motorsport bearbeiteten KR Zylinderkopf, in welchem 276° Nockenwellen und Ventilfedern von Schrick, sowie BarTek Hydrostößel ihre Arbeit verrichten. Eine DBilas Ansaugbrücke, sowie eine 45er Weber Doppelvergaseranlage verdecken das meiste davon zusammen mit dem auffälligen Hartmann Motorsport Ventildeckel. Verbaut ist außerdem eine 2,5″ Abgasanlage, bestehend aus Fächerkrümmer, Powersprint MSD und einem Supersprint ESD. Zum Kühlsystem gesellen sich in diesem 1er ein 13-Reihen Ölkühler sowie ein leistungsstarker Spal Lüfter. Abgestimmt wurde der Wagen dann von Edelweiß Motorsport.

Wir sind absolut begeistert von diesem Golf. Alles ist schön sauber umgesetzt, der Look einfach dezent und, ja, Golf I pur eben. Jede optische Modifikation leicht genug, um nichts am Golf-Flair zu ändern und es doch gerade so sinnvoll zu ergänzen. Optisches Fine-Tuning. Und wenn man diesem Geschoss einmal hinterherfährt, weiß man wohin die ganze Arbeit ging. Sobald der Golf aus dem Auspuff brüllt (und anders mag man es wirklich nicht nennen) und die Luft am Heck zu brennen scheint, legt er auch schon zum Sprint an und lässt einen mit offenem Mund zurück. Wir wollen ganz klar mehr davon!

 

 

Artikel: Tim Schwarz

Fotos: Marc Ingenpass

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