Bluelady Z

Man verfällt ihr so leicht, dieser gnadenlosen In-Your-Face-Strategie, wie sie die japanischen Fahrzeuge so gut beherrschen. Da wirkt sie meist so gar nicht übertrieben kitschig, sondern doch eher sportlich, irgendwie motiviert und geladen. So meistert das auch dieser Nissan 350Z hier. Blau, Pink, Neochrome, Carbon: hier ist alles drin. Da ist natürlich noch viel mehr und das Beste an allem ist, dass es passt wie die Faust auf’s Auge. Die Bluelady sieht aus wie der Traum, den unser 13-jähriges Ich damals beim Spielen von NFS Underground 2 hatte. Vor allem bei Betrachtung des Innenraums kommen die Erinnerungen hieran hoch. Dazu gleich mehr.

Wir lieben diese wuchtige Form der Z-Familie einfach. Mit breiten Schultern und dem langen Fastback wirken sie wie die kantigen Badboys unter den stromlinienförmigen Coupés. In diesem Sinne legt die AMS Front im Amuse Style hier noch ordentlich nach, verleiht der Lady aggressive Kanten und lässt sie direkt zehn Jahre jünger wirken. Der neu geschaffene Raum im Lufteinlass wird von zwei LED Bars der Firma Hella mit genutzt, sodass der nächtlichen Landstraßenhatz nichts im Wege steht. Die Verjüngungskur der Front erstreckt sich zudem weiter über die Scheinwerfer. Hier wurden orangene Elemente durch einfaches Weiß ersetzt, das Gehäuse innen schwarz lackiert und der Scheinwerfer mit Halo-Ringen und roten Demoneyes ausgerüstet.

Weiter oben prangt die aggressive Carbonhaube von AeroworkS, welche zahlreiche Lufthutzen passend in die Form der Originalhaube integriert. Verriegelt wird diese natürlich stilecht mit Aerocatch Verschlüssen. Von hier aus ebenfalls gut sichtbar: Dezente Bluelady– Schriftzüge innerhalb der Scheinwerfer.

Das Heck blieb nicht weniger verändert. Hier wird die Z-Linie um einen Elia Le Manz Heckansatz mit Finnen im Stile eines Diffusors erweitert, unter dem die Endrohre der 3 Cat-Back Anlage von B&T ins Rampenlicht treten. Passend dazu nimmt ein Ducktail-Spoiler desselben Herstellers die markante Dachlinie des Nissans auf. Die Rückleuchten entstammen dem Facelift Modell, wobei diese hier mit selbst gebauten Laufblinkern ausgestattet sind und so auch das Heck aus den frühen 2000ern in das derzeitige Jahrzehnt holen. Bei der Heckansicht mag der ein oder andere es schon erahnen: Die Kotflügel sind gezogen und mit sauber umgelegten Kanten neu lackiert worden, was das ohnehin schon ausladende Heck noch kräftiger macht. Im Zuge dessen hat man die Seitenblinker gecleant und stattdessen das Z-Logo an der Seite beleuchtet.

Ein KW Variante 1 hält den Boliden über der Straße und lässt ihn auf Advance Wheels AV 3 in den Maßen 9.5×20 vorn und 10.5×20 auf der Hinterachse umherrollen. Pink in Kombination mit dem blauen Lack ist vielleicht etwas unkonventionell, aber wir finden das schon ziemlich stark. Um diese Felgen montieren zu können, mussten Adapterplatten von 5×120 auf 5×114 mit verbaut werden und konvertieren das gewohnte Bolzensystem zu einem mit Radschrauben. Die originalen Brembosättel wurden umlackiert, mit einem Oilslick Brembo-Logo versehen und packen an der Vorderachse nun mit Ferodo DS2500 Belägen auf Tarox F2000 Scheiben und hinten weiterhin auf Serienscheiben. Alle vier Sättel sind ansonsten mit blauen HEL Stahlflexleitungen ausgestattet.

Äußerlich gibt es ansonsten noch einige kleinere Details, wie z. B. die Spiegelkappen aus vollem Carbon und rauchig getönte Scheiben. Außerdem hat man den hinteren Scheibenwischer gecleant und die Sprühdüse durch einen Glasstopfen ersetzt.

Mit der Detailverliebtheit geht es im Motorraum weiter. Hier finden sich zahlreiche neue Aluminiumteile, darunter Domstrebe, Kühlwasser- und Servoausgleichsbehälter, sowie sämtliche Deckel und Riemenscheiben. So ziemlich alle dieser Komponenten sind in Revochrome beschichtet worden und fügen sich so in Kombination mit den blauen Samcoschläuchen in das Farbkonzept ein. Ja selbst der gesamte Ansaugtrakt samt K&N Luftfiltersystem sind beschichtet. Formschöne Carbonabdeckungen verstecken Batterie und Bremskraftverstärker, sowie den Luftfilter. Nicht ersetzbare Teile wurden in Wagenfarbe lackiert, wobei der Frontdeckel des Motors hochglanzverdichtet ist. Da hier nichts ungeplant geschieht, wurden ebenso sämtliche sichtbare Schrauben durch Revochrome beschichtete Edelstahlschrauben mit Fender Washern in Neochrome ersetzt.

Im äußerst interessant gestalteten Innenraum geht der Wahnsinn in Blau weiter. Mittelkonsole und Türverkleidungen sind offensichtliche Spezialanfertigungen, welche ebenfalls in Wagenfarbe lackiert wurden. Den Raum dominieren ansonsten zahlreiche Carbonteile, wie zb. Tachokuppel, Türgriff- und Instrumentenschalen, sowie Mitteltunnel und Armlehnen. Der Rest ist entweder lackiert oder in edles Alcantara gehüllt. Edelstahlteile, wie der Schaltknauf, sind genau wie im Motorraum mit Revochrome beschichtet. In der Mittelkonsole verrichtet ein speziell angefertigtes 3-Wege-System von Rainbow in Kombination mit einer Clarion Multimediaanlage inklusive Clarion Soundprozessor seinen Dienst. Die Clarion Anlage ermöglicht den Einsatz eines Ampire DVB-T Systems, sowie eines Navis mit Sprachsteuerung und natürlich eines DVD-Players.

In den Türen finden sich jeweils drei ESX Kickbässe und ein Composystem, bestehend aus Hoch- und Mitteltöner und einer Weiche. Die Hochtöner befinden sich zudem in einem speziell angefertigten Kugelgehäusen. Die Türverkleidungen selbst sind abwechselnd in Blau und Rot beleuchtet und von Car Audio World professionell gedämmt worden. Alle Edelstahlringe der Boxen sind ebenfalls mit Revochrome beschichtet.

Das war natürlich noch lang nicht alles. Der Audioausbau erstreckt sich, wie es sich nun einmal geziemt, bis in den Kofferraum. Formgebend ist hier wieder eine Spezialanfertigung aus GFK, welche mit schwarzem und blauem Effekt-Kunstleder bezogen und ebenfalls blau-rot beleuchtet ist. Platz finden hier insgesamt drei ESX Verstärker der Vision Series 2 (2x 4-Kanal / 1200 Watt und 1x 2-Kanal / 1800 Watt) und ein weiteres ESX Composystem in zweifacher Ausführung mit denselben kugelförmigen Hochtönergehäusen, wie sie in den Türen zu finden sind. Ergänzt wird das Ganze durch zwei Devilhorn Mitteltöner. Weiter vorn im Fahrzeug nehmen sich zwei Audio Systems HX 10 Subwoofer den Platz, der ihnen gebührt, und werden ebenfalls von einem Composystem begleitet. Die charakteristische Mittelstrebe des 350Z wird hier zudem von einem 7 Monitor garniert. Unterm Strich haut das ganze System den gewünschten Sound mit über 140 Dezibel raus.

Von außen macht diese Lady schon einiges her, besticht mit einer auffälligen Färbung und zeigt sich ansonsten im sportlichen JDM-Look. Wenn man hier aber einmal näher hinschaut, wird man von der Detailliebe und dem Aufwand nahezu erschlagen. Hier steckt so viel sauber ausgeführte Arbeit drin, dass man dieses Fahrzeug einfach bewundern muss. Über Geschmack lässt sich immer streiten, aber dieses Ding sollte jeden umhauen, der sich nur annähernd mit Autos beschäftigt. Für uns ein spezielles Träumchen in Blau.

 

 

Artikel: Tim Schwarz

Fotos: Marc Ingenpass

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