E28 – Liebe auf den ersten Blick

Die 5er-Reihe von BMW ist wohl eine dieser Autofamilien, bei der jede Version seine eigene Fan-Base hat. Egal welche davon, jede kann irgendwie cool daher kommen. Vor allem natürlich die sportlicheren oder luxuriöseren Varianten, keine Frage. Bei uns ist das allerdings so, dass wir immer wieder bei älteren Modellen kleben bleiben und uns an Formen und Details erfreuen, wie es sie bei ihren jüngeren Geschwistern einfach gar nicht mehr gibt. Markante Formen, ausladende Flanken und diese einfache Eleganz sind schon alles, was man braucht, um sich automatisch die Zeit zu nehmen, stehenzubleiben und so ein kleines Kunstwerk zu betrachten. Darum wurde bei diesem 1984er BMW 528i optisch auch nur dezent nachgeholfen und das mit perfektem Ergebnis, finden wir.

Matthias, der Besitzer des BMW, kam im Grunde durch einen glücklichen Zufall zu dem Boliden. Ein Bekannter des damaligen Ford Focus RS – Fahrers hatte den 5er einem Sammler aus Spanien abgekauft und nach Deutschland geholt. Sofort beim ersten Anblick wusste Matthias, dass es für seinen Focus Zeit war, zu gehen. Diesen Klassiker musste er haben. Liebe auf den ersten Blick, wie man so schön sagt. Und eben dieses Erzeugen purer Emotion ist gerade die Stärke von Fahrzeugen dieses Kalibers.

Nachdem der Focus verkauft war und der BMW den Besitzer gewechselt hatte, wurde dann doch recht zügig Hand angelegt. Das zuvor silberne Auto musste blank ziehen und bekam ein edles Gewand in Uni-Schwarz. Innen und außen wurde ansonsten alles aufgefrischt, was nötig war, um den Serienlook möglichst sauber zu erhalten. Das ist hier so leicht gesagt, aber man darf nicht vergessen, dass da meist akribische Handarbeit hinter steckt. Erst wenn man vor diesem 5er steht (oder darin sitzt), weiß man das wirklich zu schätzen.

Der Innenraum ist ebenfalls eher schlicht gehalten. Bis auf ein Nardi SP4 365 Holzlenkrad und dem Golfball-Schaltknauf gibt es hier keine Veränderungen. Allerdings ist auch hier einfach alles in tadellosem Zustand und mit Herzblut aufbereitet und gepflegt worden.

Offensichtlichste Modifikation ist wohl das Airlift Fahrwerk, mit dem der Bimmer beim Parken buchstäblich bis zum direkten Bodenkontakt abgelegt wird. Die BBS RC090 selbst sind ebenfalls Restaurationsobjekte nach Wunschvorstellung. Die Originale wurden aufgearbeitet, in demselben Schwarz lackiert wie die Karosserie und nachträglich mit goldenen Schrauben versehen. Der goldene Sechskant ist zudem eine CNC – gefräste Spezialanfertigung.

So ganz in Schwarz könnte der 5er auch einem Gangster-Milieu der 50er Jahre entstammen. Er ist einfach eine erhabene Erscheinung, wie er da knapp über dem Asphalt schwebt und mit sehr dezentem Auftreten doch sehr viel Aufsehen erregt. Er wirkt irgendwie passiv respekteinflößend und vornehm und wir könnten ihn uns auch ganz gut als dekoratives Element in einem retro-modernen Gentlemen’s Club vorstellen. Trotzdem sind wir natürlich froh, dass er doch den Weg aus einer Sammlung auf die Straßen gefunden hat. Schlussendlich muss so ein Auto einfach gefahren werden.

 

 

Artikel: Tim Schwarz

Fotos: Marc Ingenpass

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