Willkommen im Dreck! – Mitsubishi Lancer EVO IV

Wir posten nun schon seit etwa vier Monaten regelmäßig Beiträge und Videos zu ziemlich coolen Fahrzeugen, die wir nach Lust und Laune auserwählt haben. Wir folgen dabei nie wirklich bestimmten Kriterien und entscheiden absolut nach Bauchgefühl, welches Auto oder Motorrad wir vor die Linse stellen. Sobald es uns beeindruckt, ist es drin. Nun vergingen diese letzten vier Monate für uns wie im Flug und wenn man sich dann doch einmal den kurzen Moment gönnt, die eigenen Beiträge wie ein Leser zu durchforsten, bemerkt man erst, ob da nicht doch etwas fehlt. Und hier lag es plötzlich klar auf der Hand: Wir müssten uns wirklich mal etwas die Hände schmutzig machen. Und zwar buchstäblich, denn wir haben doch tatsächlich noch nie den Fokus auf die Fraktion unserer Gemeinschaft gelegt, welche sich mit brutaler allradgetriebener Kraft durch Matsch und Sand wühlt. Glücklicherweise konnte uns Dennis da mit seinem EVO IV aushelfen.

Einen Ort für dieses Shooting auszuwählen war nicht schwer, wir brauchten bloß viel Platz und Dreck. Kein stundenlanges Suchen nach schicker Architektur oder schön glatten Straßen, einfach hin und die Sau rauslassen. Was wir dort so getrieben haben, beschreiben die Bilder hier wohl am besten. Wir haben im Laufe des Tages dann erfahren, dass Dennis so etwas anfangs jedoch nicht einmal im Ansatz mit seinem Lancer unternehmen konnte. Der Weg zu dem Auto, das wir jetzt hier sehen, war nämlich länger als man vielleicht denken mag.

Dennis erwarb den Wagen bereits, als er noch in seinem ersten Lehrjahr war, was bedeutet, dass das Budget dafür sicherlich nicht das größte war. Demnach musste es natürlich irgendeinen Haken geben und den gab es auch: Bei diesem EVO hatten sich die typischen Symptome des Crankwalk gezeigt, sodass der Motor zunächst einmal unbrauchbar war. Zudem hatte das Getriebe seine Bauteile von selbst zerlegt. Hier ging also erst einmal gar nichts.

Die erste Aufgabe bestand also erst einmal darin, Motor und Getriebe zu tauschen. Hierbei wurden direkt der Turbo eines EVO VI und die Einspritzdüsen des EVO VIII übernommen. Mit dem Einbau wurden zudem ein HKS Filter mit entsprechendem Ansaugrohr, sowie ein SSQV IV Blow-Off Ventil und Turbotimer, ebenfalls beide aus dem Hause HKS, verbaut. Abgesehen davon spendierte Dennis dem 4er EVO einen Alu-Wasserkühler, wie man ihn in den EVOs VII-IX findet. Ein EVO VI Steuergerät mit angepasstem Mapping agiert als Kontrollzentrum und regelt den Motor bei einem Ladedruck von 1.5 Bar (peak) bzw. 1.2 Bar (hold) auf ungefähr 330PS. Der übrige Platz im Motorraum wird von der Cusco Domstrebe dominiert, welche die Karosserie von übertriebener Verwindung abhält.

 

Neben dem charakteristischen Zischen des BOVs sorgt hier eine Blitz Nür Spec R zusammen mit einem 200 Zellen Kat von Japspeed und einem 3″ Downpipe für die aggressive Klangkulisse. Schlussendlich war der Lancer so wieder einsatzbereit und wurde nach einem knappen Jahr erstmals wieder bewegt. Jedoch weilte die neu gewonnene Euphorie nicht lang, denn kurze Zeit darauf gab auch das Hinterachsgetriebe einfach auf. Da man sich nach all der Arbeit auf keinen Fall von einem solchen Zwischenfall aus der Bahn werfen lässt, wurde auch das kurzerhand ersetzt, sodass unterm Strich mittlerweile der gesamte Antriebsstrang überholt ist.

 

Der Wagen war bereits mit den Serienfelgen des EVO VII ausgestattet, die bis heute Bestand haben. Stil und Maße passen eben perfekt. Außerdem sind sie mehr als groß genug für die nachgerüstete EVO VIII Bremsanlage dahinter. Diese performt ohne Zweifel deutlich souveräner als die kleine EVO IV Bremse. Das Fahrwerk ist ebenfalls aus einem der jüngeren Geschwister übernommen und kommt hier vom EVO VI. Spätestens hier merkt man schon, dass sich dieser Lancer hier zu einer Art technischem Facelift entwickelt, um kosteneffizient eine sinnvolle Verbesserung zu erzeugen.

 

Da der Wagen an sich schon über eine echt abenteuerliche Optik verfügt, wurde hieran gar nicht viel verändert. Neben roten Mudflaps (im Bild oben eher matschig-braun) und Abweisern für die Seitenfenster ist die wohl auffälligste Änderung das Folienkleid im Rallye-Stil. Diese ist spontan entstanden, als Dennis mit dem Wagen im Urlaub war. Wenn man schon Zeit hat, kann man die ja auch sinnvoll nutzen!

 

Da der EVO ja im Grunde bereits von Werk aus eine Art Sportgerät sein soll, ist es kein Wunder, dass auch im Innenraum gar nicht so viel Nachhilfe nötig war. Zur ohnehin schon sportlichen Austattung gesellen sich in Dennis Mitsubishi Anzeigen zur Überwachung von Temperatur, Öl- und Ladedruck. Ansonsten gibt es im Cockpit nur kleinere Feinheiten, wie zb. den Ralliart Schaltknauf oder die Schroth Gurte in den serienmäßigen Recaro Sitzen.

 

Bei näherer Betrachtung fällt ansonsten noch die goldene Verstrebung hinter den Sitzen auf, welche die Karosse zusätzlich versteift und dabei ein nettes Gesamtpaket mit der vorderen Domstrebe bildet.

 

Um diesen Beitrag zu einem runden Ende zu verhelfen sei noch das Folgende gesagt: Mit Dennis EVO konnten wir natürlich endlich auch einmal etwas Offroad-Action festhalten und sind auf jeden Fall ordentlich angefixt. Jedoch hat sich auch herausgestellt, dass wir hier wieder auf ein Auto schauen, das einen langen Weg hinter sich hat, um das zu werden, was sein Besitzer immer in seinen Vorstellungen gesehen hat. Hier wurde einem Lancer auf clevere Art und Weise mit Teilen aus neueren Modellen der EVO-Reihe ein Update verpasst, allein schon um immer das Beste aus den vorhandenen Mitteln herauszuholen. Irgendwie war das für uns ein wichtiger Punkt dafür, den Wagen hier aufzunehmen. Davon abgesehen ist nicht zu übersehen, dass der Wagen für extrem viel Spaß sorgt und genau zu diesem Zwecke repariert und modifiziert wird. So gehört sich das.

 

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