Integra Type-R DC2

Für viele Mitglieder unserer Petrol-Head Gemeinschaft gibt es wahrscheinlich auch dieses eine Auto, mit dem alles anfing. Meist ist es nicht einmal das “Erste Auto”, sondern eines, das uns vielleicht sogar schon als Kind beeindruckt hat. Da sitzt man als 10-Jähriger an der Bushaltestelle und plötzlich donnert dieser Wagen an einem vorbei, man hört die Kraft durch das Endrohr entweichen, fragt sich, was denn nun dieses Zischen vor dem Schaltvorgang war und schwört sich, dass man sich so etwas auch besorgt, sobald man alt genug ist. Schon ist der Grundstein gelegt und viele werden so etwas ähnliches sicher von sich selbst kennen. Dass so etwas so prägend sein kann, ist schon erstaunlich genug, aber es gibt tatsächlich Menschen, die an diesem Moment so sehr festhalten, dass es dann auch eben dieses eine Auto in die eigene Garage schafft.

So ähnlich hat es sich auch bei Rajan und seinem Honda Integra Type-R DC2 abgespielt. In seinem Fall vergingen ganze 6 Jahre, bevor aus seinem Traum Realität werden konnte. Und als wäre das nicht genug, begann da erst einmal die Arbeit, die diesen Honda hier zu dem Fahrzeug werden ließ, das wir nun hier bewundern dürfen. Mit seinem weißen Lack und der sehr dezent veränderten Karosse sieht Rajans 1998er DC2 genauso aus, wie man sich einen Integra vorstellt. Das typische Erscheinungsbild eines solchen Autos zu würdigen gehört fast schon zur Etikette und wir sind froh, dass wir hier wirklich die klassische 90’s – Asiarakete zu Gesicht bekommen.

Das serienmäßige Aero-Kit des Type-R wird hier durch kleinere Feinheiten ergänzt. Zum einen wäre da die orangene Blinkeranlage des US-Modells und die charakteristischen Rückleuchten des japanischen Spec98. Ansonsten fällt dem Kenner wohl direkt der Heckspoiler auf, den es so ab Werk nicht gab. Dieser Flügel ist nämlich eine hochwertige Custom-Arbeit und ahmt die Form des Serienspoilers nach, gestaltet alles nur etwas größer, wuchtiger und eindrucksvoller.

Auf obigem Foto erkennt man zudem noch, dass der Heckscheibenwischer gecleaned wurde. Kommt deutlich besser, denn egal wie praktisch die Dinger sind, irgendwie wirken sie an einem sportlichen Fahrzeug doch eher so wie Crocs an einem Leichtathleten.

Bis auf die verdammt schicken Vollcarbon-Spiegel von Spoon wurde am Body nichts weiter verändert. Wir sind jedenfalls dem Schwärmen verfallen, denn der Honda hier versprüht einfach dieses coole Flair eines 90er-Jahre Sportlers aus Japan. Dieses gewisse Etwas, das diesen Autos anhaftet, springt uns hier einfach direkt entgegen.

Obwohl Integra-Projekte ja eigentlich eher dafür bekannt sind, ziemlich gut performende Tracktools abzuwerfen, wurde hier eine Art Kunstwerk zur Hommage an eben diese Type-R Helden gebaut. Er könnte, wenn er wollte, über Rennstrecken pflügen, doch dieser hier nutzt sein D2 Street Gewindefahrwerk dazu, knapp über dem Boden zu schweben und dabei für herunterklappende Kinnladen zu sorgen.

Für ein knackiges, stabiles Fahrverhalten sorgen hier zudem MPC Motorsport Drop Forks, welche durch bloßes Ersetzen der Originalteile für ungefähr 2″ weniger Bodenfreiheit sorgen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man den Dämpfern mehr Freiraum zum Arbeiten lassen kann, da man sie nicht mehr vollständig herunterschrauben muss. Und das selbst dann, wenn man wie hier im absoluten Tiefflug unterwegs ist. Für zusätzlichen Spielraum beim Wählen des Set-Ups wurden außerdem Blox Sturzversteller an der Vorderachse und ähnliche Fabrikate der Firma Buddy Club an der Hinterachse verbaut.

Rajans Integra rollt auf einem Satz Enkei Algernon Intelesse umher; vorn in den Maßen 7,5×17″ und hinten in 8,5×17″, jedoch beides mit ET40.  Die Bremse dahinter ist weiterhin das Honda-Original und arbeitet in diesem Fall mit EBC Belägen und Scheiben. Einzige Modifikation ist hier ansonsten ein ordentlicher Satz Stahlflexleitungen rundherum.

Absolut überraschend war für uns das Kunstwerk unter der Haube. Der Stilbruch zum Exterieur gefällt uns allerdings echt gut. Der Motor, auf den Domo-Kun da blickt, ist der serienmäßig ausgelieferte 1.8l V-TEC Motor mit milden Veränderungen.

Neben der auffälligen 3-Punkt-Domstrebe von Ultraracing blitzt einen hier als Erstes der blau lackierte Ventildeckel mit diversen Goodies von Skunk2 an. Angesaugt wird zwar weiterhin durch die normale Ansaugbrücke, jedoch sorgt ein Airbox-Mod für etwas mehr Frischluft und vor allem für satteren Sound. Hierbei wurde der Resonanzkörper des Luftfilterkastens entfernt und stattdessen ein Kanal mit direkter Luftzufuhr von außen montiert. Über irgendwelche Leistungsänderungen hierdurch scheiden sich bis heute die Geister, aber sicher ist, dass die dadurch entstandene Geräuschkulisse für mehr smiles-per-gallon sorgt.

Untermalt wird das kernige Ansauggeräusch dann von der SRS G55 Catback-Anlage inklusive 100-Zellen Metallkat. Um das ganze etwas drehfreudiger zu gestalten, gab es außerdem noch ein Happy Meal aus Stage 1 Kupplung und leichterer Schwungscheibe obendrauf.

Den Innenraum nehmen eindeutig die typischen roten OEM Recaro Schalen ein. Hier besteht absolut kein Bedarf für irgendeinen Aftermarket-Ersatz, wobei zumindest die Gurte von einem Schroth 4-Punkt Geschirr abgelöst werden, welches sich hinten um eine Harnessbar schlingt. Da somit hinten eh nichts mehr reingeht, findet sich dort ebenfalls eine X-Brace von Tegiwa. Das Momo Lenkrad aus der “Tuner” – Serie macht hier ebenfalls eine gute Figur und fügt sich neu bezogen mit roter 12-Uhr-Markierung sauber in das Gesamtbild ein.

Rajans Integra ist mal wieder so ein richtig schön sauberer Japan-Built, bei dem schon das Anschauen Spaß macht. Die Auswahl an Modifikationen bezeugt wieder einmal, dass man ab und zu nur mit heutiger Technik nachhelfen muss, um die alten Sportskanonen einem kleinen Update zu unterziehen. Schon hat man ein schickes, stressfreies Fahrzeug, mit dem man zuverlässig durchladen kann. Wir würden wetten, dass Rajan gar nicht anders kann, als sich bei jedem aussteigen noch einmal kurz umzudrehen und zu grinsen.

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