Jesus Christoph! – Skyline R32 GTR stiehlt die Show

Jedes der hier vorgestellten Autos hat uns begeistert und einige davon hatten wir vor der Zusammenkunft über RollOut gar nicht so sehr auf dem Schirm. Hier konnten wir tatsächlich einige Modelle neu für uns entdecken und kennenlernen. Irgendwie wurden wir da selbst zur eigenen Zielgruppe und um ehrlich zu sein, finden wir gerade das echt unterhaltsam und motivierend. Eben darum suchen wir uns auch des Öfteren kleinere, unbekanntere Builds als Grundlage. Aber auch wir können uns natürlich nicht davon freisprechen, beim Anblick gewisser Fahrzeuge wie kleine Groupies aufzuschreien und bei der bloßen Erwähnung alles stehen und liegenzulassen, um der Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen. Da treten dann Gedanken an Diversität im Magazin und den Versuch, gegen den Strom zu schwimmen absolut in den Hintergrund und man macht sich über einen dieser All-Time-Favourites her. Dieses Mal hat es vor allem unseren Schreiberling erwischt, der die ersten zehn Minuten des Shootings mit Schnappatmung vor diesem Nissan Skyline R32 GTR stand und erst einmal nicht mehr zu gebrauchen war.

Mit diesem 94er Skyline hat sich Sven von Emperador Motorismo den Traum vom klassischen japanischen Sportwagen verwirklicht. Über sieben Jahre lang war zuvor ein 350Z sein Projektauto gewesen, bis er dann schließlich diesen Boliden bei einem Importeur entdeckte. Dieser wollte den Nissan, damals noch in Weiß, wegen seines sehr gepflegten Zustandes eigentlich für sich behalten. Glücklicherweise gelang es Sven, ihn umzustimmen. Nachdem der R32 den Besitzer gewechselt hatte, wurde sogleich Hand angelegt. Aus Weiß wurde Rot und das Fahrwerk wurde mit einer Spezialanfertigung von Airforce deutlich aufgewertet. Das Luftfahrwerk wird mit der allseits beliebten Airlift 3P angesteuert. Liebe Puristen: Ihr könnt das Asthmaspray wieder einpacken, denn hochgepumpt fährt sich dieser GTR immer noch so, wie sich das gehört.

Daraufhin fanden noch echt schicke Goodies ihren Platz am Wagen. Darunter ein Nardi Deepcorn und die fette Tomei TI Titan Abgasanlage. Mit so einem Nardi Lenkrad macht man einfach nichts falsch. Wer mal eines in den Fingern hatte, versteht, was wir meinen. Unsere erste Reaktion auf die Tomei Anlage war ansonsten Gänsehaut und ein breites Grinsen. Hinzu kam ein Satz schicker Felgen und dann ging es ab zum TÜV. RHD Speedmaster ist es zu verdanken, dass dieses Monster auf unsere Straßen losgelassen wurde.

Während der Nissan seinen ersten TÜV-Termin noch auf Rota Grids absolvierte, wurde bereits mit einem Satz BBS RS geliebäugelt. Die wurden dann auch später unter die rote Karosse geschoben, allerdings gestaltete sich das gar nicht mal so einfach, da dieses Paar Schuhe in Übergröße gekauft wurde. Damit die Schüsseln in 12×16″ mit einer Einpresstiefe von -20 keine eigene Fahrspur einnehmen würden, musste ein 245er Reifen buchstäblich aufgesprengt werden. Da das auf Dauer zu viele Augenbrauen kosten würde und die Optik dem edlen R32, gelinde gesagt, nicht ganz gerecht wurde, ging Sven noch einmal einen großen Schritt weiter.

In Zusammenarbeit mit FOM Performance wurde ein maßgeschneiderter Satz Felgen entworfen und gebaut. Die Bilder hier sprechen wohl ausreichend für Passform und Qualität. Für die schnelle Hatz auf dem Track liegt übrigens noch ein Satz LMGT2 mit Kumho Ecsta Semis bereit.

Man kann es sich wahrscheinlich denken, aber als Sven dann einmal im Flow war, gab es bei diesem Auto natürlich kein Halten mehr. Weiter ging es am Heck, wo man nun einen Fujima Rocketdancer Wing aus Carbon oben auf dem Serienspoiler bewundern kann. Weiter unten wird das Tomei-Endrohr von einem Carbondiffusor von Top Secret eingepfercht.

Neben N1 Seitenschwellern hat Sven passend zum “carbonisierten” Heck vorn eine originale ABFLUG Carbonlippe verbaut. Die gab es tatsächlich eines schönen Geburtstages als Geschenk von seinen Schrauber-Kollegen. Da jedem bis hierher wohl aufgefallen ist, dass an der Front noch mehr passiert ist, fokussieren wir das Ganze doch noch einmal:

Richtig! Was die Lichtausbeute angeht, kann dieser GTR absolut nicht punkten. Während andere auf LED und Xenon umrüsten, hat Sven entschieden, auf solch überflüssigen Luxus zu verzichten. Auf der Beifahrerseite wurde der komplette Scheinwerfer einfach durch einen Lufteinlass aus Carbon ersetzt, hinter welchem direkt die beiden Filterpilze des RB26 DETT sitzen. Der andere Scheinwerfer durfte bleiben, musste sich aber in schwarze Folie gehüllt dem Design anpassen. Allzu praktisch ist das jetzt nicht, aber was soll’s? Der Wagen gehört eh nicht in den Alltag! Wir stehen drauf. Natürlich liegt für den Straßenverkehr ein Satz OEM Scheinwerfer bereit.

Da wir den RB26 nun schon erwähnt haben, bleiben wir doch kurz dabei. Noch vor den meisten der bisher beschriebenen Modifikationen meldete sich der beliebte Sechsender nämlich zu Wort und kündigte einen herannahenden Turboschaden an. Nun hätte man die Turbos ersetzen können und wäre damit fertig gewesen. Wenn der Motor allerdings schon so anfängt, dachte Sven sich, wird da bestimmt in nächster Zeit noch einiges an Fehlern folgen. Um solchen Ärgernissen direkt vorzubeugen, entschied er sich für einen kompletten Rebuild des Motors. Wir taufen das einfach salopp gesunde Paranoia und müssen schon wieder grinsen.

Rein optisch kommt das Aggregat schon sehr frisch daher, aber hier spiegelt das Erscheinungsbild nur die inneren Werte wider. Alles, was sich unter der Haube befand, wurde entweder durch Neuteile ersetzt oder generalüberholt. Neben dem neuen Anstrich gesellten sich hier ansonsten noch zwei neue GT2860 Turbos dazu. Die sind logischerweise etwas größer als die Originalen und verhelfen dem Motor zusammen mit größerer Einspritzanlage und modifizierten Ansaug- und Abgastrakten zu deutlich mehr Leistung. Zurzeit wird der Wagen mit 1.1 Bar Ladedruck und etwa 550PS bewegt, macht aber erst bei einer Spitzenleistung von 750 Pferdchen bei 1.6 Bar Ladedruck wirklich Halt. Die elektronische Zauberei, die das alles kontrolliert, wird hier von einem Link G4 vollbracht.

Der Nissan Skyline ist ohnehin für so ziemlich alle JDM-Fans eines der absoluten Traumautos, da muss man gar nicht großartig diskutieren. Das Godzilla-Image ist einfach so unglaublich stark und selbst jemand, der aus einer völlig anderen Szene kommt, weiß beim Anblick direkt Bescheid. Aber all das ist nicht gar nicht mal so ausschlaggebend, wenn wir sagen, dass diese Schönheit hier uns echt beeindruckt hat. Neben den stimmigen Mods und der rohen Kraft, ist es hier wieder die Ausführung, die den bleibenden Eindruck hinterlässt. Das Ding ist extrem sauber umgesetzt, es gibt keine seltsamen Ecken und Kanten, die das Gesamtbild trüben. Honoriert wurde das in diesem Fall bereits mit diversen Einladungen zur Essen Motorshow und dem European Tuning Showdown der Tuning World Bodensee.

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